PRIME TIME

WAC Prime Time mit Volker Stauch

Stuttgart. Bereits zum zweiten Mal lud der Württembergische Automobilclub zu seiner neuen Vortragsreihe WAC Prime Time. Im Dezember gab sich der Präsident des Clubs selbst die Ehre: Volker Stauch, langjähriger Daimler-Manager gab dem jungen Publikum exklusive Einblicke in seine außergewöhnliche Karriere.

Erneut waren zahlreiche Gäste in das Clubhaus des WAC gekommen. Moderiert wurde das Abendprogramm von Franz Rumstadt, Jugendreferent im Präsidium des Württembergischen Automoblilclubs. Eine Zusammenfassung des Abends:

Von Korntal und Ferdinand Piëch  

Wenn Volker Stauch über sein Leben erzählt, dann wird es eins bestimmt nicht: langweilig. Und so startete Prime Time mit einer kurzen Rückschau auf eine bewegte Laufbahn.

Aufgewachsen im Stuttgarter Korntal hatte Stauch seinen ersten Berührungspunkt mit dem professionellen Automobilbau nicht bei Daimler: Sondern beim Zuffenhausener Sportwagenhersteller Porsche. Hier jobbte er zu Schulzeiten in den Ferien.

Eindrücklich sei für ihn damals ein Projekt gewesen, bei denen er bereits zu so jungen Jahren Kontakt mit dem Porsche-Enkel und genialen Konstrukteur Ferdinand Piëch hatte. „Der war schon damals eine Macht“. Erinnerungen wie diese machten Volker Stauch die Entscheidung nach Gymnasialzeit und Studium des Wirtschaftsingenieurwesens in Karlsruhe leicht: Es sollte eine Karriere in der Autobranche folgen.

„Vergessen worden“: das selbst kreierte Trainee-Programm

Stauch verschlug es folgend zur Daimler AG. Was er besonders geschätzt habe: „In meinen ersten Berufsjahren habe ich mehrfach die Abteilung und die Aufgabe gewechselt. Mir ging es darum, den Konzern so früh wie möglich so ganzheitlich wie möglich zu verstehen“. So etwas wie ein Trainee Programm, „wie ihr es heute habt“, habe es damals nicht gegeben. „Also habe ich mir das einfach selbst gebastelt.“

Einige Zeit hat Volker Stauch dann gar in der Montage selbst gearbeitet. Ein Schritt, den er nicht bereuen sollte. Bald hatte er zahlreiche Schritte der Fertigung selbst am Band erleben und durcharbeiten dürfen. „Mir war es im Endeffekt ganz recht, dass man mich dort vergessen hat.“

Doch das Vergessen sollte nicht lange andauern. Nachdem sowohl Lebenslauf als auch Fertigkeiten auffallend waren, wurde er von seinen Führungskräften bald zurück in die Projektarbeit gezogen. Dann der nächste große Karrieresprung: Vorstandsassistent. „Als man mich damals zum Vorstand gerufen hat, musste ich mir von meinem Bruder erst einmal eine Krawatte leihen. So etwas hatte ich zu dem Zeitpunkt gar nicht besessen.“

An der Spitze: „Vorbereitet muss man sein“  

Dem folgten zahlreiche verschiedene Führungsaufgaben von der Produktplanung über den globalen After Sales Chef bis hin zum Werkleiter Untertürkheim. Volker Stauch erzählt von großen, ja industriepolitisch bedeutsamen Entscheidungen an diesem Abend wie von einer seichten Anekdote.

Auf die Nachfrage des Moderators, wie es zu dieser Coolness und auch der stringenten Laufbahn kam, welches „Erfolgsgeheimnis“ er also mitgeben könnte, antwortet dieser: „Einer der wichtigsten Voraussetzungen ist gute Vorbereitung. Ihr könnt auf zwei Arten in ein Meeting gehen. Unvorbereitet – dann lasst ihr euch treiben. Oder richtig gut vorbereitet – dann treibt ihr“. 

Der Präsident  

Seit einigen Jahren ist Volker Stauch nun im „Un-Ruhestand“. Doch Rasten ist nicht sein Metier. Bereits wenige Tage nach seinem Ausstand schlug der damalige Daimler-CEO Zetsche ihm vor, er könne sich doch dem WAC annehmen. Das Amt des Präsidenten zu tragen sei heute für ihn „eine Ehre. Diesen traditionsreichen Club gilt es weiterzuentwickeln. Wir haben ein großes Erbe. Und darum müssen wir uns bemühen.“

Abgerundet wird der Vortrag des Ex-Managers mit einer Frage von Rumstadt. Was junge Berufstätige nicht sähen, wenn sie neiderfüllt und angespornt auf die glanzvollen Positionen ihrer Vorgesetzten sähen. „Der Zeitverschleiß. Nur wenige Minuten lässt einem eine solche Karriere, in denen die Arbeit zweitrangig ist.“

Junges Publikum: WAC Prime Time 

WAC Prime Time ist ein Eventformat für junge engagierte, interessierte und ambitionierte Menschen. Veranstaltet wird es vom Württembergischen Automobilclub – dem ältesten Automobilclub Deutschlands. Seit seiner Geburt im Jahre 1899 ist der WAC der Motivation seiner Gründungsväter Gottlieb Daimler, Robert Bosch und Wilhelm Maybach verpflichtet: inspirierte Persönlichkeiten

miteinander zu vernetzen, Kompetenzen weiterzuentwickeln und die Zukunft des Automobils aktiv zu gestalten. Prime Time ist ein exklusiv auf Einladung, monatlich stattfindendes Event mit Rednern aus Industrie, Politik, Gesellschaft und Kultur.

Dabei stehen die Menschen, ihre Geschichten und ihre Werdegänge im Mittelpunkt. Die Regeln: 30 Minuten Vortrag ohne Charts, 15 Minuten Prime Time Talk Runde, die dem Gast auf den Zahn fühlen und 15 Minuten Fragen aus dem Prime Time Kreis. Alles ehrlich und in der Vertraulichkeit des kleinen Kreises. Der legendäre Bierkeller des WAC Clubhauses in der Mörikestraße bietet hierzu exakt die richtige Kulisse.

Wir danken unserem WAC-Präsidiumsmitglied Franz Rumstadt für die Organisation der 2. Prime Time.